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Sächsisches Sinfonieorchester Chemnitz e.V.
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Reisegedanken zum Besuch in Hachioji vom
24.08.08 – 01.09.08

von Stefan Seifert


24.08.08
3:30 Uhr Abreise ab Chemnitz - Zwischenstopp in Hainichen und Dresden – endlich sind alle mitfahrenden Orchestermitglieder an Bord - im Sprühregen gehts nach Berlin-Tegel -  beim Einchecken gibt es große Schwierigkeiten mit dem "bestätigten" Übergepäck - Celli und Posaunen müssen extra aufgegeben und bezahlt werden und zu allem Überfluss auch noch selbst zum Gepäckschalter gebracht werden – das ist der Service von British Airways

 

25.8.08
Ankunft in Tokyo-Narita – wir sind sehr müde, aber erwartungsfroh -  4 Koffer kommen nicht mit uns an (Wolfgang, Erik, Thomas und Beatrice sind „begeistert„) - sehr herzlicher Empfang durch Ohno-San, Tachikawa-Mama und Hirokane-San im Bus – das Wetter  ist schwülwarm mit Sprühregen – es gibt einen Hamburger-Imbiss und Getränke im Bus auf dem staugeplagten Weg zur Unterkunft, dem Seminarhaus der Universität Hachioji – dort angekommen, serviert uns Suja-San ein leckeres Mittagsmenü mit Suppe, Brot, Salat, Chicken und gelierter Pflaume

Nachmittags ist Zeit zum Erfrischen und dann findet die Grill-Willkommensparty statt. Diese wird mit der sogenannten Spiegelzeremonie eröffnet. Die „Offiziellen“ (Dirigent, Murauchi-San, Daisy-San) schlagen mit Holzhämmern den Deckel des Sakefasses ein.
Stimmungsvolles Grillfest – leckeres Essen – gemeinsames Singen quer durch die Sprachen.
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26.08.08
Nach einem opulenten Frühstück mit Suppe, Rührei, Schinkenauflauf etc. geht es auf große Besichtigungstour durch und um Tokio. Es fällt auf, dass jeder Platz genutzt wird, so gibt es einen innerstädtischen Vergnügungspark, die Baseballfelder sind mit Fangnetzen umzäunt, auf den Häusern findet man Schwimmbäder und Fußballfelder. Alles ist sehr sauber und alles läuft sehr diszipliniert ab. Als erstes Ziel steht der Kaiserpalast auf dem Programm. Die Fahrt dorthin geht - natürlich-  nicht ohne Stau und Regen ab. Am Kaiserpalast fahren wir leider nur vorbei und besuchen danach die Universität von Tokyo. 25 000 Studierende lernen hier. Wir betreten den Campus durch das "Rote Tor" und spazieren Richtung Feierhalle, unterhalb derer sich die Mensa befindet. Dort essen wir zu Mittag, danach gibt es eine Einkaufsmöglichkeit im Uni-Co op und anschließend folgt ein kleiner Spaziergang über den Campus um den "Sanshiro Pont" herum, einem Koi-Teich mit Schildkröten und sehr aggressiven Mücken.

Weiter geht es zum Edo-Tokyo-Museum. Edo ist der alte Name von Tokyo bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Militärischer Alleinherrscher war der Shogun, darunter die Samurai. Diese durften im unmittelbaren Umfeld des Shoguns leben. Gezeigt werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der damaligen Zeit bis hin zum klassischen Theater.

Fotos zeigen die Stadtbrückenverzierung, das Handwerkerviertel, den Shogunpalast, Kindsgeburt, eine Feuerwehrstandarte, einen Sumobuchdruck, Münzen, einen "Supermarkt", einen Schrein für die Familienseelen, damit diese bei Feierlichkeiten dabei sein konnten, den Zugang zur Stadt über die Brücke und eine Theateraufführung. Abschließend wird noch das Sumo-Museum besucht, wo allerdings Fotoverbot herrscht.
Abendessen im Seminarhaus mit Meeresfrüchtesalat, Tomatensuppe, Salat, Rindersteak mit Speckrand, Gemüse und Kartoffeln.
Am Abend, beim Beisammensein, werden die Geschenke des Chores überreicht – auch wir haben Geschenke dabei.
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27.08.08
Zusammen mit Murauchi-San, unserem großzügigen Sponsor, fahren wir westlich Richtung Matsumoto Castle. Rast ist am See Suwako an der Stadt Suwa, die das älteste Amateurorchester Japans hat. In Matsumoto gibt es Mittag mit Chicken und Krabben-Spaghetti.
Die Burg Matsumoto ist eine Wehrburg aus dem 16. Jahrhundert. Der Hauptturm hat 7 Stockwerke und kann über sehr steile und hohe Treppen erklettert werden.
Die Steilheit der Treppen dient auch dazu, dass Feinde zusätzliche Schwierigkeiten haben sollten, sie zu  bezwingen. Oben entschädigt der Blick auf die Nordalpen und den Grundriss der abgebrannten großen Burg für den anstrengenden Aufstieg an diesem heißen Tag.

Der Abend gestaltet sich entsprechend ruhig, nach dem Abendessen in der Mensa mit Fisch, Suppe, Salat und Dessert gehen beim anschließenden Beisammensein mit Takichawa-Mama und Hirokane-San viele schon früh zu Bett.
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28.08.08
Nach dem Frühstück steht der offizielle Empfang beim Vize-Bürgermeister Tanabe auf dem Programm. Vor dem Rathaus warten einige Dutzend Japaner mit einem Banner "Willkommen Freund aus Chemnitz". Hier haben wir erfahren, dass Hachioji 540 000 Einwohner, 21 Universitäten und 11 000 Studenten hat. Nach anfänglichen "offiziellen" Reden wird es sehr lustig und fröhlich, die Stimmung ist sehr gut. Anschließend bekommen wir auch den Stadtverordnetensaal gezeigt.

Mittagessen findet im Ellcy Hachioji statt, einem Nobelrestaurant. Wir bekommen das erste richtig typisch japanische Essen mit rohem Fisch, Gemüse, Tofu, Süßspeisen etc. Die Speisen schmecken allesamt sehr lecker und interessant.

Hier im Hause  findet auch die Teezeremonie statt. Im Gegensatz zum letzten Besuch dürfen wir auf Stühlen sitzen. Bedient werden wir von Mitgliedern des "Professional Business Club Hachioji", also von hoch dotierten Geschäftsleuten.
Die einzelnen Elemente und viele Erklärungen rund um die Zeremonie werden von einem Zeremonienmeister gegeben.
Auf dem Weg zum Bus werden vom Hotel Regenschirme ausgegeben, die Angestellte im Anzug und Gummistiefeln vor dem Bus wieder einsammeln.

Danach ist Gelegenheit zum Shopping im "100 Yen Shop".

Abendessen gibt es wieder in der Mensa mit Lachs auf Avocado, Cremesuppe, Salat, Gulasch mit Pommes Frites und Gemüse sowie einem Dessert.

An diesem Abend findet dann auch die erste gemeinsame Probe statt, nachdem wir schon alle unsere Instrumente auf den Zimmern gequält haben. Das Orchester umfasst mit uns ca. 80 Musiker und produziert einen gewaltigen Klang. Es wird sicher ein schönes Konzert werden.

In der Nacht tobt ein ungeheuerliches Gewitter, das den Zugverkehr zum Erliegen bringt, Häuser werden mitgerissen, Erdrutsche ausgelöst und Menschen werden vermisst, die per Hubschrauber gesucht werden. Unser Seminargelände hat es zum Glück nicht so sehr getroffen.
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29.08.08
Nach dem Frühstück gibt es Zeit zur freien Verfügung, die wir mit einem Spaziergang zu einem Wassermühlenrestaurant nutzen, welches direkt unterhalb des Seminarhauses liegt. Die Gasträume sind kleine Zimmer, in denen man traditionell knieend um eine Feuerstelle herumsitzt. Etwa sechs dieser Zimmer sind in einem Haus untergebracht. Nach dem gestrigen Gewitter ist es weiterhin sehr schwülwarm und man schwitzt bei der kleinsten Bewegung.

Mittagessen in der Mensa – wieder viel zu üppig - wieder mit Klavieruntermalung der Tochter von Suja-San. Danach geht es zum Tama-Zoo mit Löwensafari. Der Zoo feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum. Hier war die Befürchtung, dass wegen der Regenfälle kein Löwen-Bus fahren kann. Das Wasser stand 60 cm im Gang zum Bus, konnte aber ablaufen, sodass wir doch noch Löwen besichtigen. Auch der weitere Zoobesuch ist sehr interessant, aber auch so warm, dass man völlig durchgeschwitzt am Bus ankommt.

Abendessen in der Mensa, danach Probe mit Orchester und Chor. Der Chor klingt noch recht tremolant, das wird sich aber vermutlich nicht ändern, japanische Stimmen eben.

Die Solistin ist klasse und sehr sympathisch. Erstaunlich, welch Strahl aus so einem kleinen Persönchen kommt. Alles geht wie immer sehr diszipliniert zu.
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30.08.08
Der Vormittag steht wieder zur freien Verfügung, viele fahren mit dem Taxi in die Stadt zum Einkaufen. Da das große Kaufhaus erst um 10 Uhr öffnet, haben wir noch ein wenig Zeit, einen buddhistischen Tempel, einen Friedhof und einen Shinto-Schrein zu besichtigen. Zufällig findet hier gerade eine Taufe statt, was eine sehr interessante Zeremonie ist.

Im Kaufhaus fällt wieder die Disziplin und Freundlichkeit der Verkäufer auf. Die Türen sind bereits geöffnet, aber bis um Punkt 10 Uhr die blau gewandete Dame den Einlass erlaubt, geht niemand hinein. Alle Verkäufer verneigen sich tief, sobald man in die Nähe kommt und bedienen in des Wortes eigentlicher Bedeutung. Der Nachmittag ist der Probe in der Stadthalle vorbehalten, es wird unglaublich laut! Abends beginnen dann die ersten Abreisevorbereitungen, die ersten Koffer werden gepackt und die Geschenke sortiert. Suya-San schenkt mir eine Schachtel grünen Tee mit einer Grußkarte.
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31.08.08
Heute ist das Konzert. Vormittags findet die Generalprobe statt. Sie verspricht ein gutes Konzert. Mittagessen wird im Restaurant der Stadthalle gereicht, es sind Sandwichs, wie vor 5 Jahren. Die Aufführung ist ein Riesenerfolg und ein Wahnsinnserlebnis. Etwa 1800 Zuhörer sind anwesend und hören unser Programm. Die Verantwortlichen bekommen Blumen von süßen uniformierten Blumenmädchen, eines davon im Rollstuhl, eine bewegende Szene.

Danach findet die farewell-party in der Murauchi-Hall statt. Auf dem Programm stehen neben den von uns vorbereiteten Stücken (Teehaus etc.) auch traditionell japanische Darbietungen wie eine Tanzvorführung und eine Art Reigentanz zum Mitmachen. Kulinarisch gibt es japanische und deutsche Küche vom Feinsten. Der Abschied gestaltet sich sehr emotional, aber wir wollen uns wiedersehen. Nach der Murauchi-Feier klingt der Abend im Seminarhaus noch aus.
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01.09.09
Um 5:30 Uhr fährt der Bus ab und bringt uns zum Narita Airport.
Suya-San, Hirokane-San, Ohno-San und Tachikawa-San sowie Yukari und Michael, unsere Übersetzer, begleiten uns. Nach 12 Stunden landen wir in London mit etwas Verspätung, sodass ich zweimal über die Lautsprecher das Orchester auf deutsch ausrufen darf, weil die Kontrollen so extensiv sind. Endlich sind auch die letzten im Flugzeug - nützt aber alles nichts, nach über einer Stunde auf dem Rollfeld können die Ingenieure ein technisches Problem nicht beheben, sodass wir ein anderes Flugzeug bekommen. Mit diesem geht es dann 3 Stunden später nach Berlin, aber die Celli und Posaunen sind nicht dabei. Später tauchen sie dann beim Zoll noch auf und wir können kurz vor 23.00 Uhr mit dem Bus nach Chemnitz aufbrechen. Gegen 2.00 Uhr kommen wir todmüde in Chemnitz an, aber mit einem Rucksack voller ereignisreicher und unvergesslicher Erlebnisse.

Danke Hachioji, danke japanische Freunde! Sehen wir uns wieder?!
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